Sonnenschutz
Geben Sie Acht auf Ihre Haut! Sie ist das größte menschliche Organ und reagiert empfindlich auf zu starke Sonneneinstrahlung. Wirksamer Sonnenschutz ist angesagt – ob im Sommer am Strand oder im Winter auf der Skipiste.
Welcher Hauttyp Sie sind und wie Sie sich optimal schützen erfahren Sie von den Gesundheitsexperten der Johannes Apotheke.
Übersicht
- Natürlicher Sonnenschutz
- Hauttypen
- Sonneschutzmittel
- Goldene Regeln für den richtigen Sonnenschutz
- Sonnenbrand
- Sonnenallergie
- Mallorcaakne
- Phototoxische Reaktionen
- Hautalterung
- Sonnenstich
- Hitzschlag
- Sonnenbrille
- Aktuelle UV-Strahlung
Natürlicher Sonnenschutz
Die menschliche Haut kann sich in begrenztem Umfang der
Strahlenbelastung durch Sonnenlicht anpassen. Sie bildet Pigmente aus -
den Hautfarbstoff Melanin, der als ein "natürlicher
Sonnenschirm" für die Haut angesehen werden kann. Außerdem verdickt
sich die Hornschicht. Es bildet sich eine so genannte Lichtschwiele. Das
reduziert die Lichtintensität der eindringenden kurzwelligen Strahlen.
Weiterhin wird dem Schweiß mit seinem Gehalt an Urocaninsäure eine
unterstützende Schutzfunktion zugeschrieben.
Leider ist nicht jede Haut gleich - und nicht in gleichem Maße fähig,
sich vor Sonne zu schützen. Man unterscheidet deshalb in Mitteleuropa vier verschiedene Hauttypen, die
sich in ihrer Reaktion auf Sonnenlicht, aber auch in der Dauer
unterscheiden, bis ein Sonnenbrand auftritt:
Hauttyp I:
Sehr helle Hautfarbe mit Sommersprossen, wird fast nie braun, Augenfarbe:
grün oder blau, Haarfarbe: rötlich. Lichtschutz unbedingt erforderlich,
schon ab 5 Minuten UV-Strahlung
Hauttyp II:
Helle Hautfarbe, wird mäßig braun, Augenfarbe: grau, blau oder grün,
Haarfarbe: blond, Lichtschutz unbedingt erforderlich, schon ab 20 Minuten
UV-Strahlung
Hauttyp III:
Normal getönte Hautfarbe, wird allmählich brauner, Augenfarbe: grau, grün
oder braun, Haarfarbe: dunkelblond, Lichtschutz erforderlich ab 30 Minuten
UV-Strahlung
Hauttyp IV:
Hellbraun oder dunkle Hautfarbe, wird schnell braun, Augenfarbe: braun,
Haarfarbe: dunkel, Lichtschutz erforderlich ab 40 Minuten
Sonnenschutzmittel
Lange Zeit schützten Sonnenschutzmittel nur vor den energiereichen
UV-B-Strahlen. Auch der Lichtschutzfaktor (LSF) bezieht sich darauf.
Moderne Schutzpräparate bzw. alle Sonnenschutzmittel in unserer Apotheke
schirmen die Haut auch vor dem UV-A-Anteil des Lichts ab. Für dessen
Wirkung gibt es derzeit noch keine offizielle und standardisierte
Messmethode. Einzige international anerkannte Schutznorm ist der
australische Standard: Die Filter müssen mindestens 90 Prozent des
UV-A-Anteils absorbieren.
Für den Sonnenschutz setzen Kosmetikhersteller chemische und
physikalische Filter ein. Chemische Filter nehmen die energiereiche
Strahlung auf und verwandeln sie in unschädliche Wärmestrahlen.
Chemische UV-A-Filter sind erst seit einigen Jahren auf dem Markt.
Die so genannten Mikropigmente Titandioxid und Zinkoxid wirken als
physikalischer Schutz. Sie reflektieren auftreffende Sonnenstrahlen wie
winzige Spiegel und zerstreuen sie, bevor sie in die Haut eindringen
können. In einem Präparat vereint schirmen sie die Haut gegen
schädliche UV-A- und UV-B-Strahlen ab.
Goldene Regeln für den richtigen Sonnenschutz
- Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor auswählen, erneutes Eincremen verlängert nicht die Schutzzeit.
- 30 Minuten vor der Sonnenbestrahlung eincremen
- Nach dem Schwimmen nicht stark abtrocknen, evtl. nachcremen
- Die Mittagszeit, von 11:00 bis 15:00 Uhr, sollte im Schatten verbracht werden
- Augen und Lippen mit besonders hohem Lichtschutzfaktor schützen
- Kleine Kinder besonders schützen, mit Sonnenhut und Hemdchen
- Beim Schnorcheln dringend T-Shirt anziehen
- Nach dem Sonnenbad mit entsprechenden Aftersun-Produkten behandeln.
- Die erhöhte Sonnenempfindlichkeit durch die Einnahme bestimmter Arzneimittel, z. B. Penicillin, beachten.
Sonnenbrand
Wenn sich die Haut nach einem Sonnenbad schmerzhaft rötet, liegt das
an der sengenden Kraft der energiereichen, kurzwelligen UV-B-Strahlen. Vor
allem Sonnenbrände in der Kindheit gelten als Wegbereiter des Melanoms,
des gefährlichsten Hautkrebses. Hautärzte und wir in der Apotheke raten,
grundsätzlich beim Sonnenbaden ein Sonnenschutzmittel mit ausreichend
hohem UV-A- und UV-B-Lichtschutz aufzutragen und nur zwei Drittel der
errechneten Besonnungszeit auszunutzen, um deutlich unter der
"Erythem-Schwelle" zu bleiben, ab der sich die Haut zu röten
beginnt.
Wenn es doch passiert ist: Die Sonne strikt meiden.
After-Sun-Produkte kühlen leicht gereizte Haut. Schmerzhemmende Salben
und Gele sowie feuchte Umschläge lindern die Beschwerden. Bilden sich
Blasen, gehört die Verbrennung in ärztliche Behandlung.
Sonnenallergie
Unter diesem medizinisch nicht korrekten Begriff versteht man im
Allgemeinen die polymorphe Lichtdermatose. Sie wird hauptsächlich von
langwelligem UV-A-Licht ausgelöst. Die Reaktion stellt sich mit
Verspätung ein. Am zweiten oder dritten Tag nach dem Sonnenbad macht sich
ein starker Juckreiz bemerkbar. Die Haut rötet sich, Bläschen, Pusteln
oder Knötchen sprießen: Im Gesicht und auf dem Dekolleté, den Armen,
seltener auf Handrücken und Oberschenkel. Die Sonnenallergie tritt in der
Regel zu Beginn der warmen Jahreszeit auf. Oft gewöhnt sich die Haut an
die Sonne, so dass die polymorphe Lichtdermatose im Laufe des Sommers
wieder verschwindet. Sie betrifft überwiegend jüngere, hellhäutige
Frauen.
Vorbeugung: Im Frühling sollte die Haut vorsichtig an die Sonne
gewöhnt werden, indem sie durch Textilien und Lichtschutzmittel mit
entsprechendem Lichtschutzfaktor geschützt wird.
Wenn es doch passiert ist: z. B. Antihistaminika, die in Form von
Gelen bzw. Cremes und Tabletten gibt, lindern u. a. den starken Juckreiz.
Mallorcaakne
Fett und Emulgatoren in Hautpflege- und Sonnenschutzmittel lösen unter UV-A-Strahleneinwirkung akneförmige Knötchen aus. Für Betroffene gibt es fett- und emulgatorfreie Lichtschutzmittel mit hohem UV-A-Schutz.
Phototoxische Reaktionen
Photosensibilisierende Substanzen wie Medikamente oder Inhaltsstoffe von Pflanzen und Parfums machen die Haut lichtempfindlicher. UV-A-Strahlen lösen dann selbst hinter Glas Rötungen und juckende Bläschen aus.
Hautalterung
Lange Zeit galt die langwelligere und mildere UV-A-Strahlung als
ungefährlich - eine Fehleinschätzung: UV-A-Licht dringt bis ins
Unterhautfettgewebe vor. Falten und Runzeln, aber auch Lichtallergien und
Hautkrebs gehen auf das Konto des langwelligeren UV-Lichts. Das Risiko
für solche Schäden wächst, wenn Sonnenanbeter reine UV-B-Schutzmittel
verwenden und die damit verlängerte "verbrennungsfreie" Zeit
immer voll auskosten.
Im Tageslicht ist immer ein gewisser Anteil an UV-A-Strahlen enthalten
ist, auch wenn es nur bewölkt ist oder die Sonne nicht intensiv scheint.
Deshalb sollte bei der Auswahl einer Tagescreme daran gedacht werden, dass
es sehr gute Tagespflegeprodukte mit UV-A-Schutz gibt, der vorzeitiger
Hautalterung vorbeugen kann.
Sonnenstich
Ein hochroter, heißer Kopf, aber kühle Körperhaut, Kopfschmerzen und
Übelkeit, gelegentlich sogar Bewusstlosigkeit: Das sind die Merkmale
eines Sonnenstichs. Er ist die Folge direkter, intensiver
Sonneneinstrahlung, auf den ungeschützen Kopf. Dadurch werden die
Hirnhäute gereizt. Die Beschwerden können auch um einige Stunden
verzögert auftreten.
Erste Hilfe: Den Betroffenen in den Schatten bringen und mit nassen
Tüchern kühlen. Den Arzt rufen!
Hitzschlag
Wenn unser Körper bei großer Hitze die Schweißbildung einstellt,
kann sich der Organismus nicht mehr selbst kühlen - es kommt zum
lebensbedrohlichen Wärmestau. Betroffene bekommen einen hochroten Kopf,
heiße trockene Haut, einen stumpfen Gesichtsausdruck und taumelnden Gang.
Erste Hilfe: Kühl lagern, Kleidung weit öffnen, kalte Umschläge
auflegen, Luft zufächern, Den Notarzt rufen!
Sonnenbrille
Gute Sonnenbrillen filtern das UV-A-Licht. Dunkle Gläser ohne UV-Filter schaden den Augen mehr als sie nützen. Normalerweise verengen sich die Pupillen bei Lichteinfall und reduzieren so die UV-Strahlung, die ins Auge gelangen kann. Dunkle Gläser ohne Tönung setzen diese Regulation außer Kraft - und die UV-Strahlen können ungehindert ins Auge dringen.
Aktuelle UV-Strahlung
Die Werte für ganz Deutschland mit der Angabe der maximal empfohlenen Sonnenaufenthaltsdauer finden Sie auf folgender Internetseite: www.GesundheitPro.de

